TÜV 2018: Das sind die häufigsten Mängel

Die TÜV-Prüfung ist der wichtigste Gebrauchtwagentest in Deutschland. Zwischen sieben und neun Millionen Untersuchungen werden jährlich durchgeführt. Rund 200 verschiedene PKW-Modelle in fünf Altersklassen kommen dabei auf den Prüfstand. Das Ergebnis zeigt, dass vor allem die Fahrzeuge von deutschen Herstellern zu überzeugen wissen. Dahinter kommen direkt die japanischen Autos. Fahrzeuge, die durchfallen, weisen meist typische Mängel auf. Welche das sind und wo es im Jahr 2018 am Auto am meisten knattert oder pfeift.

Beleuchtung oft schadhaft

Auch in diesem Jahr steht die Beleuchtung an der Spitze der Mängelliste. Bei rund einem Fünftel aller Fahrzeuge gibt es hier Probleme. Insbesondere das Abblendlicht ist mit nun 21,9 Prozent häufig defekt oder weist andere Defizite auf. Neuwagen, die weniger als drei Jahre alt sind, haben es im Bereich Beleuchtung dank anfälliger Lichttechnik auf Platz eins geschafft.
Wagen, die weniger als ein halbes Jahrzehnt alt sind, weisen bei der hinteren Beleuchtung viele Defizite auf. Bei den anderen Mängelgruppen gibt es keine großen Unterschiede zum Vorjahr. Blinker bzw. Warnblinker und Feststellbremse sind in 0,5 Prozent der Fälle Ursache für eine Mangel. Bei einem Prozent der Fahrzeuge sind Dämpfung bzw. Achsfedern defekt oder beschädigt. Auch die Bremsscheiben und ein möglicher Ölverlust zählen mit 1,7 Prozent bzw. 2,1 Prozent wieder zu den Top-Mängeln. Die Werte gelten allerdings nur Fahrzeuge, die vor weniger als fünf Jahren vom Band gerollt sind.

Fahrzeuge bis sieben Jahre häufig mit Ölverlusten

Fahrzeuge bis sieben Jahre leiden auffällig oft an Ölverlust und Problemen mit der Dämpfung. Darüber hinaus sind auch hier Beleuchtung und Abblendlicht die typischen Mängelfaktoren. Blinker und Warnblinker verdoppeln ihre Defekte im Vergleich zu der vorherigen Gruppe auf 0,9 Prozent.
Fahrzeuge, die bis zu elf Jahre alt sind, weisen Mängel an der hinteren Beleuchtung auf. Rund 9,8 Prozent der Fahrzeuge, die einer TÜV-Prüfung unterzogen wurden, hatten flackernde Lampen oder andere Defekte, die repariert werden mussten. Auf dem zweiten Platz befindet sich anders als in den Vorjahren nun ein Ölverlust am Motor bzw. Antrieb. Ausgelöst wird der Ölverlust beispielsweise durch defekte Kabel oder Probleme in der Elektronik.
Dahinter zeigen die Wagen mit elf Jahren unter der Haube Schäden im Bereich der Antriebswellen, der Bremsscheiben und der Achsaufhängung. Auch die Feststellbremse erleidet mit steigendem Alter schnell weitere Defekte. Ganze 2,8 Prozent der Autos, die vom TÜV untersucht wurden, konnten nicht den Standards entsprechen. Damit ist die Feststellbremse im Jahr 2018 einer der häufigsten Mängel bei älteren Fahrzeugen, die bereits vor elf oder weniger Jahren gefertigt wurden.

Welche Mängel unbedingt repariert werden müssen

Nicht alle Mängel führen automatisch zur Stilllegung des Fahrzeugs. Sollte der Gutachter allerdings zu der Erkenntnis kommen, dass das Auto „eine unmittelbare Verkehrsgefährdung“ ist, so muss es stillgelegt werden. Dann wird die alte Prüfplakette entfernt und die Zulassungsbehörde hinzugezogen. Der Fahrzeughalter darf fortan nicht mehr mit seinem Auto im Straßenverkehr unterwegs sein.
Mögliche Mängel, die zu einer Stilllegung führen, sind unter anderem eine defekte Lenk- oder Bremsanlage. Auch erhebliche Rostschäden am Fahrgestell sind ein typischer Grund für das Entfernen der Plakette.
Insgesamt hat jedes fünfte der älteren Autos mindestens einen Defekt der Beleuchtungsanlage. Bei einem Großteil der geprüften Fahrzeuge, die aufgrund ihres Alters noch nicht immer mit modernster Lichttechnik ausgestattet sind, konnten sogar mehrere Mängel festgestellt werden.